Kreuzabende Herzogenbuchsee
 
Rückblick - Kreuzabend vom 14.01.2009
Mittwoch, 14.01.2009 - Altes Schlachthaus
Sonnenscheinwelt
Scharfsinnig, kurzweilig und aufregend schön

Virtuos und bitterböse jongliert die Künstlerin mit Sprache, Ironie, Schalk, Melancholie und Musik, immer haarscharf an der Grenze zwischen Poesie und Realität.

Uta Köbernick
 
 
Uta Köbernick besingt mit unschuldiger Miene und spitzer Zunge den Siegeszug des Scheiterns und führt ihr Publikum nebenbei auf’s Glatteis menschlicher Abgründe. Ihr erstes abendfüllendes Programm „Sonnenscheinwelt“ ist eine poetische Mischung aus schalkhafter Ironie, satirischem Ernst und musikalischer Schnörkellosigkeit.
 
Uta Köbernick

Die junge Kabarettistin jongliert virtuos mit Sprache und Musik. Da werden Beziehungskisten mit dunkelbuntem Humor schräg von unten beleuchtet – und ganz nebenbei lustvoll das Leben seziert. Mit sicherem Gespür für abgründige Tiefe tanzt sie hoch oben auf dem Drahtseil der guten Unterhaltung. Mit einem einzigen Wimpernschlag landet sie dann sicher auf dem Boden der Tatsachen und verteilt bei Lagerfeuerromantik locker ein paar köbernick’sche Sinnfallen im Saal. Ein kabarettistischer Heidenspaß.
Wer eine gängige Schublade sucht, in die Uta Köbernick mit ihren unzähligen Talenten passen könnte, wird feststellen: Sie passt ein wenig in jede – ob Kabarett, Sprachperformance, Wortjonglage, literarisches Kabarett, Theater, Chanson, Musikkabarett, Slam-Poetry, Entertainment oder Schauspiel. Kleinkunst, Großkunst ... Kunst halt. Also macht sie flugs eine ganz neue, eine eigene Schublade auf. Und beschriftet die mit „Nahkunst“. Uta Köbernick schreibt sich für ihr erstes Soloprogramm die Texte selber auf den Leib, vertont sie, wenn es sich aufdrängt, setzt sie dann rezitierend, lesend, und singend in Szene und begleitet sich dabei auf der Gitarre, dem Klavier und der Geige. Virtuos jongliert sie dabei mit Ihre Texte überraschen mit unerwarteten Wendungen: Wo sie an der Oberfläche anzusetzen scheinen, gehen sie unvermittelt unter die Haut und wenn sie gerade allzu tiefgründig zu werden drohen, verkehren sie sich plötzlich ins Federleichte oder laufen ins Leere. Uta Köbernick findet in ihrem ersten abendfüllenden Programm den ihr eigenen lakonischen Tonfall, in dem sich die Befindlichkeit ihrer Generation ausdrückt. Sie hebt sich ab und ist eine Erfrischung der deutschsprachigen Unterhaltungskunst.