Kreuzabende Herzogenbuchsee
 
Rückblick - Kreuzabend vom 09.11.2011
Mittwoch, 09.11.2011 - Aula Sekundarschule
Dschané – Zigeunermusik
Bild vergrössern Romalieder – feurige Sehnsucht

Sie sind in ihren Herzen Fahrende, Suchende, Zigeuner. Keine Frage, wenn Dschané auf die Bühne kommt, nehmen die Musikerinnen und Musiker den Geist ihrer Lieder mit auf die Bretter. Und dieser Geist erzählt die Geschichten der Roma, Geschichten über die ewige Reise des Lebens.

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Tief im Herzen der Musiker lebt die Tradition der Roma, und die wird mit jedem Takt spürbar. Dschané machen nicht nur Musik – sie sind die gelebte Musik.
 
Vielleicht liegt es an den Biografien dieser sechs ungewöhnlichen Musikerinnen und Musiker, dass sich ihre Darbietung über das blosse Rezitieren hinaus erhebt. Sind es die Reisen von Andrea Panitz in seinen jungen Jahren, die ihn nach Les Saintes Maries de la mer zu Flamenco, Swing Manouche und Czardasz führten? Er ist ein Wanderer, der mit unzähligen Musikern zusammen gespielt hat, Fahrenden und Sesshaften, Bekannten und Unbekannten. Er war es auch, der die Gruppe im Jahr 1999 nach einer Reise nach Ungarn gründete, zusammen mit dem begnadeten Sänger Riccardo Anselmi, der 2004 nur eine Woche nach der Taufe der CD «O parno gras» starb.
Die Sängerin Ilsi Muna Ferrer, der Gitarrist, Mandolinero, Bassist und Tubist Marc Bantelli und der Handorgelspieler Caspar Fries, waren fast ein Jahrzehnt mit dem legendären Variété Zirkus Aladin in der Roulotte unterwegs quer durch Europa.
Wurzeln in Böhmen hat Lucy Novotna die Sängerin mit der kristallklaren, bewegenden Stimme. Auch Igor Bogoev, der wirbelnde von Rhythmen sprudelnde Pekussionist, stammt aus dem Osten Europas, aus Mazedonien, dort wo die Roma noch immer an der Strassenecke und am Dorffest aufspielen. Beide sind und waren unterwegs und musizieren in verschiedensten Gruppierungen.

Das Element des Fahrenden, des Hier und Heute, ist immer ein Thema in den Liedern von Dschané. Sie erzählen vom Alltagsleben. Sie laden ein zu einer Reise, die die Zuhörer durch Westeuropa nach Ungarn, Tschechien, Mazedonien, Russland und Sibirien führt. Es wird gefeiert und gelebt. Rauschartig vergehen da die wilden Nächte in Budapest, einsam durchwandert das weisse Pferd mit seinem Reiter die Weiten der ungarischen Puszta. Dschanés Lieder erzählen aus dem Leben unterwegs, sei es vom Bajkalsee, in Rokycany oder in Les Saintes Maries de la Mer.

Die sechs verschmelzen zu einer Einheit, zu einer Sippe. Das macht ihre Musik so glaubhaft und ehrlich. Dschané ist eine Entdeckung und der Erfolg ihrer ersten beiden CDs gibt dem Anliegen der Gruppe recht.